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Ästhetik-Marketing für Männer, warum diese Zielgruppe schneller wächst als der Rest

Ästhetik-Marketing für Männer, warum die Zielgruppe schneller wächst als der Rest, welche Behandlungen zählen und wie Sie männliche Kunden richtig ansprechen.
Aesthetik-Marketing fuer Maenner Cover
Julien Lüssem CEO Primeurs
Verfasst von
Julien Lüssem
Der männliche Markt in der Ästhetik wächst leiser als der weibliche, aber schneller. Während der Anteil männlicher Patienten im DACH-Raum seit Jahren stabil bei rund einem Zehntel liegt, steigen ihre Ausgaben deutlich rascher als die der Frauen. Das Problem für viele Anbieter ist nicht die Nachfrage, sondern die Ansprache: Männer reagieren kaum auf ein Marketing, das für Frauen gebaut wurde. Sie entscheiden sachlicher, recherchieren diskreter und suchen zuerst nach Erklärung, nicht nach inszenierten Bildern. Dieser Beitrag zeigt mit belegten Zahlen, wie groß die männliche Zielgruppe wirklich ist, welche Behandlungen sie nachfragt, warum sie anders entscheidet und über welche Kanäle Sie sie erreichen. Sie erhalten einen pragmatischen Fahrplan, um eine offene Marktfläche zu besetzen, die viele Wettbewerber noch ignorieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ästhetik-Marketing für Männer meint die gezielte Ansprache männlicher Kunden durch ästhetische Anbieter.
  • Männliche Beauty-Ausgaben wuchsen zuletzt schneller als die weiblichen.
  • Männer entscheiden sachlicher, diskreter und suchen zuerst nach Erklärung, nicht nach Bildern.
  • Kosten und Zeitaufwand sind ihre größten Hürden, nicht Eitelkeit.
  • YouTube, Suche und KI-Antworten erreichen Männer besser als klassische Beauty-Kanäle.

Ästhetik-Marketing für Männer bezeichnet die gezielte Gewinnung und Ansprache männlicher Kunden durch ästhetische Praxen, Kliniken, Dermatologen und Studios. Gemeint ist nicht eine männliche Variante bestehender Kampagnen, sondern eine eigene Sprache, eigene Beweise und eigene Kanäle. Dieser Beitrag richtet sich an Anbieter, nicht an Behandlungsinteressenten, und ordnet die Nachfrage mit belegten Zahlen ein (Stand: September 2026). Die zentrale Beobachtung vorweg: Der männliche Markt wächst, aber er reagiert kaum auf das Marketing, das für Frauen gebaut wurde. Wer beide Gruppen mit demselben Auftritt anspricht, verschenkt die schneller wachsende Hälfte.

Wie groß ist die männliche Zielgruppe in der Ästhetik wirklich?

Der männliche Anteil an ästhetischen Eingriffen liegt im DACH-Raum stabil bei rund einem Zehntel, während die absolute Nachfrage und die Ausgaben deutlich steigen. Die DGÄPC-Statistik 2024, die größte bundesweite Patientenbefragung mit 4.023 Teilnehmenden, weist eine Stichprobe von 84,9 Prozent Frauen, 10,8 Prozent Männern und 0,2 Prozent divers aus. Die Fachgesellschaft betont ausdrücklich, dass das Geschlechterverhältnis über die letzten zehn Jahre nahezu gleich geblieben ist. Der Eindruck, es kämen immer mehr Männer, entsteht vor allem, weil die Gesamtzahl der Behandlungen wächst.

Diese Nuance ist für die Planung wichtig. Männer sind keine plötzlich entstandene Massenbewegung in der Chirurgie, sondern ein Segment, das langsam größer wird und dabei überdurchschnittlich viel ausgibt. In fünf Jahren Marketing-Arbeit mit Anbietern in der Ästhetik hat sich gezeigt, dass die profitabelste männliche Nachfrage selten aus spontanen Kampagnen kommt, sondern aus konsequenter Sichtbarkeit über Monate. Männer entscheiden später, aber sie kommen wieder.

Auf der Ausgabenseite ist das Bild eindeutiger als bei den reinen Eingriffszahlen. Eine Auswertung von Barclays aus dem Juni 2025 zeigt für den britischen Markt, dass männliche Beauty-Ausgaben über fünf Jahre um 58,1 Prozent gestiegen sind, schneller als die weiblichen mit 45,7 Prozent. 25 Prozent der befragten Männer haben Hautpflege in ihre tägliche Routine aufgenommen, 12 Prozent haben in den letzten zehn Jahren Geld für einen kosmetischen Eingriff ausgegeben. Der globale Markt für männliche Ästhetik wird von Market.us auf 5,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 beziffert, mit einer Prognose auf 11,8 Milliarden bis 2034. Rund die Hälfte davon entfällt auf wiederkehrende Erhaltungs- und Auffrischungsbehandlungen, also auf Kunden, die planbar zurückkommen.

Auch der US-Markt bestätigt den Trend mit belastbaren Zahlen. Die American Society of Plastic Surgeons meldet für 2024 einen Anstieg männlicher kosmetischer Eingriffe um rund vier Prozent auf etwa 1,6 Millionen, womit das Segment schneller zulegt als der Gesamtmarkt. Diese Kombination ist für Anbieter entscheidend: Der Anteil bleibt konstant, aber das Volumen und der Umsatz pro Kunde wachsen. Wer nur auf die Prozentzahl schaut, unterschätzt die Chance systematisch, denn ein stabiler Anteil an einem wachsenden Gesamtmarkt bedeutet in absoluten Zahlen jedes Jahr mehr männliche Kunden.

Für die Praxisplanung ergibt sich daraus eine einfache Rechnung. Wenn die Gesamtnachfrage steigt und die männlichen Ausgaben schneller wachsen als die weiblichen, dann verschiebt sich der wirtschaftliche Wert einer gezielten Männer-Ansprache jedes Jahr nach oben. Anbieter, die heute eine Grundlage in Sichtbarkeit und Erklärinhalten legen, profitieren von diesem Rückenwind über Jahre. Wer wartet, konkurriert später um dieselbe Zielgruppe zu höheren Kosten.

Was Männer in Deutschland konkret nachfragen

Die Behandlungswünsche von Männern unterscheiden sich klar von denen der Frauen, und genau daran sollte sich das Angebot orientieren. Laut DGÄPC 2024 war die Oberlidstraffung mit 17,9 Prozent die häufigste Behandlung bei Männern und erreichte damit einen Spitzenwert der letzten Jahre. Es folgen die Gynäkomastie, also die männliche Brustverkleinerung, die Fettabsaugung, das Hals-Stirn-Face-Lifting und die Faltenbehandlung. Das Durchschnittsalter aller Patientinnen und Patienten lag bei 44,3 Jahren.

International bestätigt sich das Muster. Der ISAPS Global Survey 2024 verzeichnet weltweit knapp 38 Millionen ästhetische Eingriffe und nennt die Lidkorrektur als häufigsten chirurgischen Eingriff bei Männern, gefolgt von Gynäkomastie und Narbenkorrektur. Bei den nicht-chirurgischen Behandlungen führt Botulinumtoxin mit 7,8 Millionen Anwendungen, Filler folgen mit 6,3 Millionen. Für Anbieter heißt das: Ein Auftritt, der ausschließlich Faltenunterspritzung und Lippen zeigt, spricht die männlichen Kernwünsche gar nicht an. Wer Lidkorrektur, Gynäkomastie und Haarthemen sichtbar macht, trifft die tatsächliche Suche.

Die männliche Nachfrage lässt sich in vier klar unterscheidbare Felder gliedern, die jeweils eine eigene Ansprache verlangen:

  • Gesichtsverjüngung ohne Skalpell: Botulinumtoxin und Filler, oft der Einstieg mit geringer Ausfallzeit.
  • Chirurgische Korrekturen: Oberlidstraffung und Face-Lifting, hoher Erklärungsbedarf, längere Entscheidungszeit.
  • Männlich dominierte Eingriffe: Haartransplantation und Gynäkomastie, sehr diskretionsbedürftig.
  • Erhaltung und Hautpflege: wiederkehrende Termine, wirtschaftlich der wertvollste Bindungshebel.

Diese Gliederung hilft, das eigene Angebot zu ordnen und für jedes Feld die passende Botschaft zu wählen. Ein Mann, der eine Haartransplantation erwägt, braucht andere Informationen und eine andere Tonalität als ein Kunde, der zum ersten Mal über eine Faltenbehandlung nachdenkt. Genau diese Differenzierung fehlt in vielen Auftritten, die Männer als bloße Randnotiz eines frauenzentrierten Angebots behandeln.

Maennliche Beauty-Ausgaben Wachstum im Vergleich zu Frauen Infografik

Warum entscheiden Männer anders, und was bedeutet das für die Ansprache?

Männer treffen ästhetische Entscheidungen sachlicher, diskreter und stärker ergebnisorientiert, weshalb erklärende Inhalte besser wirken als emotionale Bildsprache. Eine peer-reviewte Untersuchung im Journal of Drugs in Dermatology mit 209 männlichen Befragten fand, dass 90 Prozent eine Basis-Hautpflegeroutine pflegen und 54 Prozent bereits Erfahrung mit Neurotoxin haben. Der stärkste Motivator war ein jugendlicheres Aussehen, die größten Hürden waren Kosten und Zeit, also der Aufwand für Termine und Ausfallzeit. Diese beiden Barrieren, nicht etwa Eitelkeit oder Scham allein, entscheiden über den Abschluss.

Daraus ergibt sich eine klare Konsequenz für die Kommunikation. Männer wollen wissen, was genau passiert, wie lange es dauert, wann sie wieder einsatzfähig sind und was es kostet. Preistransparenz, Angaben zur Ausfallzeit und ein diskreter Ablauf sind keine Nebensache, sondern die eigentlichen Verkaufsargumente. In der Praxis führt schon eine ehrliche Seite mit Dauer, Downtime und Preiskorridor zu spürbar mehr qualifizierten Anfragen von Männern, weil sie die zwei größten Reibungspunkte vorab auflöst.

Die Motive hinter der Nachfrage sind ebenfalls anders gelagert. Fachärztinnen und Fachärzte berichten in einem Beitrag der American Society of Plastic Surgeons vom Oktober 2025 über drei wiederkehrende Auslöser: nachlassendes Stigma, die ständige Selbstwahrnehmung in Videocalls und den Wettbewerb im Berufsleben. Besonders im Vertrieb, wo Auftreten und Selbstsicherheit zählen, ist Ästhetik zunehmend ein beruflicher Faktor. Häufig werden Männer zudem von ihrer Partnerin an das Thema herangeführt. Männer sprechen selten von Schönheit, sondern von frischer wirken, wacher aussehen oder wieder wie ich selbst aussehen. Wer diese Sprache übernimmt, senkt die Einstiegshürde.

Diese Motivlage lässt sich direkt in die Wortwahl übersetzen. Eine Praxis, die männliche Interessenten gewinnen will, sollte den Nutzen benennen, den Männer tatsächlich suchen, und die Begriffe meiden, die abschrecken. Bewährt hat sich eine bewusste Sprachwahl:

  • Verwenden: wacher wirken, ausgeruht aussehen, natürlicher Ausdruck, dezent, in einer Mittagspause machbar.
  • Vermeiden: Verschönerung, Beauty, Verjüngungskur, alles, was nach Kosmetiksalon statt nach Facharzt klingt.
  • Beweisen: Dauer, Ausfallzeit, Preiskorridor, Qualifikation der Behandlerin, echte männliche Erfahrungsberichte.

Der Grund ist einfach: Männer wollen sich nicht in einer Beauty-Welt wiederfinden, sondern in einer medizinisch-sachlichen. Die gleiche Behandlung, die für eine Frau als Verwöhnmoment beworben wird, wird für einen Mann besser als schnelle, diskrete Korrektur mit klarem Ergebnis positioniert. Diese Verschiebung kostet nichts, entscheidet aber häufig darüber, ob eine Anfrage überhaupt zustande kommt.

Warum klassische Vorher-Nachher-Ästhetik hier nicht trägt

Die typische Beauty-Bildsprache mit inszenierten Vorher-Nachher-Vergleichen funktioniert bei Männern schlecht und ist in Deutschland ohnehin rechtlich eingeschränkt. Das Heilmittelwerbegesetz verbietet werbliche Vorher-Nachher-Darstellungen operativer und zunehmend auch nicht-operativer Eingriffe, mehrere Gerichtsurteile der letzten Jahre haben das bestätigt. Für die Ansprache von Männern ist diese Einschränkung weniger Hürde als Chance, denn sie zwingt zu dem, was ohnehin besser wirkt: Erklärung statt Effekt.

An die Stelle der Bildvergleiche gehören sachliche Formate. Ein kurzer Text, der einen Eingriff und seine Grenzen ehrlich erklärt, ein Video, in dem die Behandlerin den Ablauf zeigt, oder ein Erfahrungsbericht eines männlichen Kunden schaffen mehr Vertrauen als jedes retuschierte Foto. Männliche Testimonials sind dabei besonders wirksam, weil sie das Stigma senken und Identifikation ermöglichen. Wichtig ist die fachliche Genauigkeit: Männer haben eine kräftigere Gesichtsmuskulatur und benötigen bei Botulinumtoxin nach Angaben in einem Healio-Fachinterview vom Februar 2025 eine etwa 20 Prozent höhere Dosis. Wer solche Details kennt und kommuniziert, signalisiert echte Kompetenz für die Zielgruppe.

Über welche Kanäle erreichen Sie männliche Interessenten?

Männer sind über Suchmaschinen, KI-Antworten, YouTube und berufliche Netzwerke besser erreichbar als über die klassischen bildlastigen Beauty-Kanäle. Während Instagram und TikTok in der Nutzung stark weiblich geprägt sind, gelten YouTube und berufliche Plattformen als männerlastiger. Männer recherchieren zudem nicht-linear: Sie lesen, vergleichen, schauen ein Video und suchen erneut, bevor sie eine Praxis kontaktieren. Das bedeutet, dass eine Praxis über mehrere Berührungspunkte hinweg konsistent auffindbar sein muss, statt auf einen einzelnen viralen Beitrag zu setzen.

Der wichtigste Kanal ist deshalb die eigene Auffindbarkeit in der Recherche. Männer stellen ihre Fragen zunehmend an Suchmaschinen und KI-Assistenten in ganzen Sätzen, etwa was hilft gegen Tränensäcke beim Mann oder wie läuft eine Haartransplantation ab. Wer diese Fragen auf der eigenen Website klar beantwortet, mit einer sauberen Struktur und einem gepflegten Unternehmensprofil, wird sowohl in der klassischen Suche als auch in KI-generierten Antworten sichtbar. Das ist der entscheidende Unterschied zu Kampagnen, die nur so lange laufen, wie Budget fließt.

Die Verlagerung zur KI-gestützten Suche verstärkt diesen Effekt. Wenn ein Interessent einen Assistenten fragt, welche Praxis in seiner Stadt Haartransplantationen anbietet, entscheidet nicht das schönste Foto, sondern die Klarheit und Struktur der hinterlegten Informationen. Praxen, die ihre Leistungen präzise, aktuell und mit echten Details beschreiben, werden in solchen Antworten zitiert. Diese Sichtbarkeit ist besonders wertvoll, weil sie genau in dem Moment greift, in dem der Mann noch keine Praxis im Kopf hat und offen für eine Empfehlung ist.

Bewertungen und Kartendienste bilden die zweite tragende Säule. Männer prüfen vor der Kontaktaufnahme selten nur eine Quelle, sondern gleichen die Website mit Bewertungen und dem Kartenprofil ab. Ein vollständiges, aktuell gepflegtes Profil mit fachlich beantworteten Bewertungen wirkt für Männer stärker als jede Anzeige, weil es Verlässlichkeit signalisiert. Wer hier auf negative Bewertungen sachlich und ohne Rechtfertigung reagiert, gewinnt gerade bei diskretionsbewussten männlichen Interessenten an Glaubwürdigkeit.

Ein pragmatischer Kanal-Dreiklang für die Männer-Ansprache

Für die meisten Anbieter reicht ein fokussierter Dreiklang, statt überall gleichzeitig präsent zu sein. Erstens die Recherche-Ebene: eine Website mit ehrlichen Erklärseiten je Behandlung, Angaben zu Dauer, Downtime und Preiskorridor, dazu ein gepflegtes Profil in Karten- und Bewertungsdiensten. Zweitens die Beweis-Ebene: erklärende Videos und männliche Erfahrungsberichte, die den Ablauf zeigen und die Diskretion betonen. Drittens die Vertrauens-Ebene: fachliche Beiträge, die Kompetenz gerade für männliche Anatomie und typische Männerwünsche belegen.

Diese Reihenfolge ist bewusst gewählt, weil Männer erst suchen, dann Beweise sammeln und zuletzt Vertrauen fassen. Eine Untersuchung im Aesthetic Surgery Journal aus dem Jahr 2022 zeigt zudem, dass das Social-Media-Marketing kosmetischer Leistungen Männer bislang systematisch unteradressiert, was die Nische zusätzlich attraktiv macht. Wer jetzt konsequent männliche Suchintentionen bedient, besetzt eine Fläche, die viele Wettbewerber noch offen lassen. Anbieter, die ihre Auffindbarkeit strukturiert aufbauen wollen, finden im Bereich Social Media und Sichtbarkeit einen passenden Ausgangspunkt.

Ein häufiger Fehler ist, alle drei Ebenen gleichzeitig und halbherzig zu bespielen. Wirksamer ist es, mit der Recherche-Ebene zu beginnen und sie vollständig aufzubauen, bevor die nächste folgt. Eine Website, die für die wichtigsten männlichen Behandlungen je eine ehrliche Erklärseite bereithält, schlägt einen breiten, aber oberflächlichen Auftritt deutlich. Erst wenn diese Grundlage steht, lohnen sich Videos und Erfahrungsberichte, weil sie dann auf eine solide, auffindbare Basis einzahlen und nicht ins Leere laufen. So entsteht Schritt für Schritt ein Auftritt, der männliche Interessenten über den gesamten Entscheidungsweg begleitet.

Brotox Haartransplantation GLP-1 Wachstumsfelder Maenner Aesthetik Infografik

Welche Behandlungsfelder tragen das Männer-Wachstum, und wie besetzen Sie sie?

Das Wachstum konzentriert sich auf wenige Felder, die sich sauber vermarkten lassen, weil sie eindeutig männlich besetzt sind. An erster Stelle steht die Faltenbehandlung mit Botulinumtoxin, im englischsprachigen Raum als Brotox bezeichnet. Die American Society of Plastic Surgeons zählte für 2024 in den USA 593.854 Neuromodulator-Injektionen bei Männern, das Segment wächst schneller als der Gesamtmarkt. Ein Healio-Fachinterview beziffert das Wachstum von Brotox auf 5,55 Prozent gegenüber 2022 und nennt Stirn und Krähenfüße als häufigste Areale. Für das Marketing eignet sich dieses Feld besonders, weil es niedrigschwellig ist, planbar wiederkehrt und wenig Ausfallzeit erfordert.

Das am klarsten männlich dominierte Feld ist die Haartransplantation. Nach Marktdaten sind 84,7 Prozent der Patienten männlich, und der erbliche Haarausfall ist in Deutschland weit verbreitet. Hier ist die Suche nach Information besonders intensiv, weil die Entscheidung teuer und langfristig ist. Eine Praxis, die den Ablauf, die realistische Erwartung und die Nachsorge sachlich erklärt, gewinnt Vertrauen, das Wettbewerber mit reiner Ergebnis-Werbung nicht erreichen. Ähnlich eindeutig ist die Gynäkomastie, die in den DGÄPC- und ISAPS-Ranglisten weit oben steht und ein sensibles, diskretionsbedürftiges Thema ist.

Gerade bei diskretionsbedürftigen Eingriffen wie der Gynäkomastie entscheidet die Art der Ansprache über den ersten Kontakt. Männer meiden hier alles, was sich anfühlt, als müssten sie sich erklären oder rechtfertigen. Eine ruhige, medizinische Sprache, ein diskreter Anfrageweg und die Zusicherung von Vertraulichkeit senken die Hemmschwelle deutlich. Anbieter, die diese Themen sachlich und ohne reißerische Bilder behandeln, gewinnen einen Vertrauensvorsprung, den lautere Wettbewerber nicht aufholen. Der Erfahrungsbericht eines anderen Mannes, der den Weg bereits gegangen ist, wirkt in diesem Feld stärker als jede noch so gute Erklärseite.

Das GLP-1-Fenster und die Rolle der Hautpflege

Ein aktuelles Wachstumsfenster öffnet sich durch die weite Verbreitung von GLP-1-Medikamenten zur Gewichtsreduktion. Nach einem schnellen Gewichtsverlust steigt die Nachfrage nach Hautstraffung, Körperkonturierung und Volumenausgleich im Gesicht. Der Behandlungsvermittler RealSelf verzeichnete einen Anstieg des zugehörigen Content-Traffics um 2.080 Prozent im Jahresvergleich und berichtet von rund 35 Prozent mehr männlichen Patienten. Für Anbieter ist das ein konkreter Anlass, entsprechende Erklärinhalte vorzuhalten, bevor der Wettbewerb das Thema besetzt.

Die Hautpflege ist die niedrigschwelligste Einstiegsstufe und der beste Kanal, um Männer langfristig zu binden. Eine Analyse von BeautyMatter zeigt, dass 68 Prozent der Männer der Generation Z in den USA 2024 Gesichtspflege nutzten, gegenüber 42 Prozent im Jahr 2022. Der Markt für Männerpflege in Deutschland wird nach Euromonitor-Angaben auf mehrere Milliarden Euro geschätzt und wächst weiter. Wer Hautpflege als Einstieg positioniert, etwa als Vorbereitung oder Ergänzung zu einer Behandlung, senkt die Hemmschwelle und schafft eine Beziehung, aus der später höherwertige Behandlungen entstehen. Die Erhaltungslogik, in der rund die Hälfte des männlichen Marktvolumens in wiederkehrenden Auffrischungen liegt, macht diese frühe Bindung wirtschaftlich besonders wertvoll.

Wirtschaftlich betrachtet ist der männliche Kunde damit weniger ein einmaliger Eingriff als eine langfristige Beziehung. Ein Mann, der mit einer Faltenbehandlung oder einer Hautpflegeberatung einsteigt, kehrt bei guter Erfahrung planbar zurück und ist offen für weitere Felder. Genau deshalb sollte das Marketing nicht auf den ersten Abschluss zielen, sondern auf den zweiten und dritten Termin. Ein einfacher Erinnerungsrhythmus, der den nächsten sinnvollen Zeitpunkt vorschlägt, statt auf eine erneute Eigeninitiative zu warten, hebt den Wert jedes gewonnenen männlichen Kunden deutlich. Die jüngere Generation, die Hautpflege bereits selbstverständlich nutzt, wird diese Beziehungen in den kommenden Jahren zusätzlich verstärken und die männliche Nachfrage über alle Behandlungsfelder hinweg anschieben.

Fazit und nächster Schritt

Der männliche Markt in der Ästhetik ist kein Nischenexperiment, sondern die derzeit am schnellsten wachsende Ausgabengruppe, die auf ein eigenes Marketing wartet. Die Zahlen sind eindeutig: stabile Eingriffsanteile bei stark steigenden Ausgaben, klar abgegrenzte Behandlungswünsche und eine Ansprache, die Sachlichkeit, Diskretion und Preistransparenz belohnt. Anbieter, die Männer mit derselben Bildsprache wie Frauen bewerben, treffen die Zielgruppe kaum. Wer dagegen Suchintentionen bedient, ehrlich erklärt und männliche Kernwünsche wie Lidkorrektur, Haartransplantation und Faltenbehandlung sichtbar macht, besetzt eine offene Fläche.

Der pragmatische Weg beginnt mit der eigenen Auffindbarkeit und wenigen, gut erklärten Behandlungsfeldern, nicht mit einer weiteren Kampagne. Entscheidend ist die Konsequenz über Monate, denn männliches Vertrauen entsteht nicht in einer einzigen Anzeige, sondern in wiederholter, sachlicher Präsenz. Wer wissen möchte, wie sichtbar die eigene Praxis für männliche Suchanfragen heute schon ist, kann mit einer digitalen Präsenz-Analyse einen belastbaren Ausgangspunkt schaffen. Für Einzelbehandler in der Ästhetik lohnt zudem ein Blick auf die passende Lösung für Einzelärzte, um Sichtbarkeit und Anfragen ohne zusätzlichen Aufwand aufzubauen. Der entscheidende Vorteil liegt bei denen, die jetzt beginnen, solange der Wettbewerb die männliche Suche noch ignoriert.

Häufige Fragen

Wie groß ist der Männeranteil in der Ästhetik im DACH-Raum?
Der männliche Anteil liegt laut DGÄPC-Statistik 2024 bei rund 10,8 Prozent der Befragten und ist über zehn Jahre nahezu stabil geblieben. Die absolute Nachfrage und die Ausgaben steigen jedoch deutlich, sodass der Markt trotz gleichbleibendem Anteil wächst.

Welche ästhetischen Behandlungen fragen Männer am häufigsten nach?
In Deutschland führt laut DGÄPC 2024 die Oberlidstraffung mit 17,9 Prozent, gefolgt von Gynäkomastie, Fettabsaugung, Face-Lifting und Faltenbehandlung. International sind Lidkorrektur, Botulinumtoxin und Haartransplantation die stärksten männlichen Felder.

Warum funktioniert Vorher-Nachher-Werbung bei Männern nicht?
Männer entscheiden sachlich und suchen zuerst nach Erklärung, nicht nach Bildern. Zudem verbietet das Heilmittelwerbegesetz in Deutschland werbliche Vorher-Nachher-Darstellungen weitgehend. Erklärende Texte, Videos und männliche Erfahrungsberichte wirken deshalb besser.

Über welche Kanäle erreicht man männliche Interessenten am besten?
Männer sind über Suchmaschinen, KI-Antworten, YouTube und berufliche Netzwerke besser erreichbar als über Instagram oder TikTok. Entscheidend ist eine konsistente Auffindbarkeit über mehrere Berührungspunkte, weil Männer nicht-linear recherchieren.

Was sind die größten Hürden für Männer bei einer ästhetischen Behandlung?
Eine Studie im Journal of Drugs in Dermatology nennt Kosten und Zeitaufwand als die beiden größten Barrieren. Preistransparenz, klare Angaben zur Ausfallzeit und ein diskreter Ablauf lösen diese Reibungspunkte auf.

Welche Rolle spielt der GLP-1-Trend für männliche Kunden?
Nach schnellem Gewichtsverlust mit GLP-1-Medikamenten steigt die Nachfrage nach Hautstraffung und Körperkonturierung. Der Vermittler RealSelf meldet rund 35 Prozent mehr männliche Patienten und einen stark gestiegenen Content-Traffic zum Thema.

Lohnt sich ein eigenes Männer-Marketing für kleinere Praxen?
Ja, gerade für kleinere Anbieter, weil viele Wettbewerber Männer noch nicht gezielt ansprechen. Schon wenige ehrlich erklärte Behandlungsfelder und eine saubere Auffindbarkeit reichen, um qualifizierte männliche Anfragen zu gewinnen.

Quellen

DGÄPC-Statistik 2024, Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie
https://www.dgaepc.de/aktuelles/dgaepc-statistik/dgaepc-statistik-2024/

ISAPS Global Survey 2024, International Society of Aesthetic Plastic Surgery
https://www.isaps.org/discover/about-isaps/global-statistics/global-survey-2024-full-report-and-press-releases/

ISAPS Global Survey 2024, deutschsprachiger Report
https://www.isaps.org/media/s5nndrqf/2024-global-survey-german.pdf

2024 Plastic Surgery Statistics Report, American Society of Plastic Surgeons
https://www.plasticsurgery.org/documents/news/statistics/2024/plastic-surgery-statistics-report-2024.pdf

Brotox, Why more men than ever are interested in a fresh face, American Society of Plastic Surgeons, Oktober 2025
https://www.plasticsurgery.org/news/articles/brotox-why-more-men-than-ever-are-interested-in-a-fresh-face

Q and A, Expert discusses rise of Brotox, Healio, Februar 2025
https://www.healio.com/news/dermatology/20250224/qa-expert-discusses-rise-of-brotox-as-men-seek-more-cosmetic-treatments

Man in the Mirror, Male beauty spending, Barclays, Juni 2025
https://home.barclays/insights/2025/06/male-beauty-spending/

Male Aesthetics Market, Market.us, 2024
https://market.us/report/male-aesthetics-market/

Understanding the Men's Skincare Boom, BeautyMatter
https://beautymatter.com/articles/understanding-the-mens-skincare-boom

Men's Grooming in Germany, Euromonitor International, 2025
https://www.euromonitor.com/mens-grooming-in-germany/report

Evaluation of Men's Trends and Experiences in Aesthetic Treatment, Journal of Drugs in Dermatology, 2018
https://jddonline.com/articles/evaluation-of-mens-trends-and-experiences-in-aesthetic-treatment-S1545961618P0941X/

Social Media Marketing of Cosmetic Services, Examining Gender Disparities, Aesthetic Surgery Journal, 2022
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35778360/

Hair Transplant Statistics 2025, Market.us Media
https://media.market.us/hair-transplant-statistics/

RealSelf Real Talk Report, GLP-1-Effekt, 2024
https://www.businesswire.com/news/home/20241210961720/en/

Men using GLP-1s for weight loss, American Society of Plastic Surgeons, 2025
https://www.plasticsurgery.org/news/articles/men-using-glp-1s-for-weight-loss-how-is-this-impacting-male-plastic-surgery

How To Attract More Male Clients To Your Aesthetic Clinic, Digital Aesthetics
https://digitalaesthetics.co.uk/news/marketing/how-to-attract-more-men-to-your-aesthetic-clinic

The State of Fashion, Beauty 2025, McKinsey und Business of Fashion
https://www.mckinsey.com/industries/retail/our-insights/the-beauty-boom-and-beyond-can-the-industry-maintain-its-growth

Men's Grooming Products Market, Grand View Research, 2025
https://www.grandviewresearch.com/industry-analysis/mens-grooming-products-market